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Foulspiel durch die Polizei…

…kommt leider noch immer zu häufig vor.

§ 136 StPO sagt es eigentlich ganz klar, „bei Beginn der ersten Vernehmung ist dem Beschuldigten zu eröffnen, welche Tat ihm zur Last gelegt wird“.

Daran hat sich auch die Polizei zu halten. Macht sie aber leider nicht immer!

Aktuelles Beispiel: Die Mandantin, bei einer bekannten, etwas größeren Firma in Stuttgart tätig, verliebte sich in einen feschen Kerl. Der war aber mehr daran interessiert einen Fuß in eben jene Firma zu bekommen. Wiederholt bat er die Mandantin sie solle ihm doch eine Stelle vermitteln. Dazu war diese nun nicht in der Position, aber verlieren wollte sie ihren Prinzen auch nicht. Der Prinz machte  davon nämlich den Fortgang der Beziehung abhängig.

Was tun? Nun, man kann ja erstmal auf Zeit spielen. Also entwarf die Mandantin am heimischen PC einen Brief mit einer Einstellungszusage und dann auch noch gleich einen Arbeitsvertrag.

Natürlich ging das ganze nicht gut aus. Ihr inzwischen Exfraund arbeitet immer noch nicht bei seinem Wunscharbeitgeber und meiner Mandantin wird nun Urkundenfälschung gemäß § 267 StGB vorgeworfen.

Die Firma hatte  von dem ganzen Vorgang erfahren, als der potentielle neue Mitarbeiter sich freudig bei ihr gemeldet hat; und stellte daraufhin Strafanzeige. In dieser wird die ganze Geschichte schön säuberlich dargestellt.

Der erittelnde Polizeibeamte lädt daraufhin meine Mandantin zur Vernehmung….

(Tusch!) als Zeugin.

Diese reagiert dann Gott sei Dank richtig, sie befragt mich und ich sage die Vernehmung ab.
Zur Polizei muss man nicht. Weder als Zeuge noch als Beschuldigter.

Aber für ein dreistes Foulspiel halte ich den Versuch allemal.

Nackt-Wandern ist kein Menschenrecht

Der Brite Stephen Peter Gough hatte 2003 eine Idee. Es wär doch super einmal die ganze britische Insel von Süd nach Nord zu durchwandern….

und zwar nackt!

Also lief er los, aber die Wanderung war dann überraschend schnell vorbei. Die Polizei hielt dies nämlich für einen Fall von Exhibitionismus. Aber der gute Mann lies nicht von seinem Plan und marschierte weiter, natürlich nackt. Das Spiel wiederholte sich runde 30 Mal, Zwischen den „Wanderungen“ allerdings verbrachte „the nacked rambler“(der nackte Wanderer), wie ihn die Briten zwischenzeitlich tauften, mehr als sieben Jahre hinter Gittern.

Wegen seiner Veurteilungen klagte er beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrecht. Seiner Ansicht nach habe der britische Staat sein Recht auf freie Meinungsäußerung verletzt.

Die Straßburger Richter  billigtem ihm sogar zu, dass „öffentliche Nacktheit“ eine Art der Meinungsäußerung sein könne. Was Sie ihm aber nicht zubilligen wollten war, dass er sich mit seinem Verhalten gleichzeitig  über die Gefühle anderer hinwegsetzt, die dies als schockierend oder verletzend empfinden. Toleranz ist nunmal keine Einbahnstraße.

Quelle: Welt Online

ps. bei uns wäre die Sache genauso strafbar, aber nicht wenn Stephanie auf Wanderschaft ginge.